Fledermausschutz

Wintergäste im Fledermausstollen Lüdinghausen

Auf dem Gelände des Biologischen Zentrums in Lüdinghausen gibt es seit 2004 einen Erdstollen, der Fledermäusen als Winterquartieren dienen soll. Er wurde mit einer Grundfläche von 5 x 5 m, aufgeteilt in drei Gänge, wie eine Garage gebaut, aber 140 cm tief in die Erde versenkt und mit einer 70 cm dicken Erdschicht bedeckt. Als Zugang für die Fledermäuse wurde in der ansonsten geschlossenen Eingangstür in Kopfhöhe nur eine Öffnung von Breite=40 cm und Höhe=15 cm gelassen. Nur zur Verzierung wurde eine Fledermauswindspiel oben drauf angebracht.

Seit dem Jahr 2008 wurde der Stollen zunächst von einem Tier (Wasserfledermaus) angenommen, im Jahr darauf wurden bereits zwei Tiere gezählt (Wasser- und Fransenfledermaus), und am 22.12.2010 wurden zwei braune Langohren und zwei andere Fledermäuse (vermutlich Wasser- und/oder Fransen-F.) in den Nischen der Hohlblocksteine an den Decken des zweiten Ganges entdeckt. Die Letztgenannten haben sich so dicht hinter einem Betonkasten versteckt , dass sie optisch nicht zu bestimmen sind.

Bei einer zweiten Kontrolle am 14.01.2011 waren alle vier „Hotelgäste“ noch an ihren Hangplätzen gefunden und schliefen brav, obwohl sie für die Besichtigung kurz angeleuchtet und sogar fotografiert wurden.

Bei der Kontrolle waren auch zwei Fledermausschützer des NABU-Kreisverbandes Unna anwesend:


Irmgard Devrient und Reinhard Wohlgemuth.
Beide sind über die Landesgrenz NRW hinaus bekannte Experten für die Pflege von Fledermäusen nach Verletzungen der Tiere durch Unfälle / Katzenangriffe oder wegen Unterernährung.
Sie hatten unser „Winterhotel“ noch nie gesehen und waren erstaunt über das neue Gebäude, dass es so im Kreis >Unna nicht gibt. Auch die Werte im Quartier wurden als gut befunden, denn bei +10° C Außentemperatur herrschten „wohlige“ +5° C im Stollen, und das bei ca. 95 % Luftfeuchtigkeit,
also insgesamt ideale „Schlafverhältnisse“ für unsere kleinen Gäste (!).

Mittlerweile habe ich in Lüdinghausen zweimal den Hinweis bekommen, dass in den letzten Tagen einige Fledermäuse beim abendlichen Flug beobachtet worden sind.
Die Außentemperaturen waren in den letzten Tagen hier zwischen +11 und +14 °, so dass solche Flüge durchaus erfolgen können, zumindest wird darüber auch in der Fachliteratur für einzelne Fledermausarten berichtet.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die „Ausflügler“ genug Insekten gefangen haben, um ihre Fettreserven von wenigen Gramm wieder zu füllen und wieder sicher in ihre Winterquartiere zurück gefunden haben.

Denn sonst wären sie ein Fall für uns „Fledermausschützer.“

Fledermausig freundlichen Gruß von
Reinhard Loewert