Feuchtwiese

Feuchtwiesen sind gehölzfreie, halbnatürliche Biotope, in denen Gräser, Binsen, Seggen und andere krautige Pflanzen kennzeichnend sind. Die oberen Bodenschichten der Feuchtwiesen sind vom Grundwasser beeinflusst oder zeitweise überschwemmt.

Früher waren Feuchtwiesen ein bedeutender Teil der Kulturlandschaft im Kreis Coesfeld. Sie sind entstanden durch die Rodung von Bruch- und Auenwäldern sowie die Urbarmachung der Moore und dienten insbesondere der Viehhaltung. Mitte des 20. Jahrhunderts setzte ein Strukturwandel in der Landwirtschaft ein durch Drainage, Umbruch von Wiesen in Ackerland oder Viehhaltung in den Ställen. Deshalb sind die Feuchtwiesen heute weitgehend verschwunden. Größere zusammenhängende Flächen finden sich noch in den Naturschutzgebieten

  • Letter Bruch (23 ha)
  • Raeker Wiesen (ca. 40 ha) und
  • Heubach III (120 ha).

In direkter Nachbarschaft im Kreis Borken befindet sich außerdem

  • das Kuhlenvenn (53 ha)
  • Heubach I (198 ha) und
  • Heubach II (81 ha).

Foto: Josef Fleige

Feuchtwiesen sind der Lebensraum zahlreicher Pflanzen- und Tierarten, die nur dort anzutreffen sind. Dabei ist für den Beobachter vor allem die Vogelwelt besonders auffällig und interessant. Der große Brachvogel, die Uferschnepfe und der Kiebitz sind drei der selten gewordenen Watvogelarten, die in den Feuchtwiesen brüten. Daneben dienen die Biotope auch als Rast- und Überwinterungsgebiet nicht nur für zahlreiche Enten- und Gänsearten. So lassen sich im Jahresverlauf im Kuhlenvenn bis zu 180 verschiedene Vogelarten beobachten.

Der NABU Coesfeld hat es sich zur Aufgabe gemacht, zum Schutz und Erhalt dieser selten gewordenen Landschaftsteile beizutragen. Unter der Leitung von Klaus Lütke-Sunderhaus und Christian Prost will die Arbeitsgruppe „Feuchtwiesen“ in vielfältiger Weise diesen Zielen Rechnung tragen.

Die drei wesentlichen Komponenten sind dabei

  • die Öffentlichkeitsarbeit
    „Nur wer die Natur kennt, ist bereit, sie zu schützen“. Aus diesem Grund ist es ein wichtiger Baustein der Naturschutzarbeit des NABU Coesfeld, die Menschen über die Schönheit und Bedeutung der Natur zu informieren. Dies geschieht auf vielfältige Weise. Veröffentlichungen in den Medien, zahlreiche Exkursionen in die Naturschutzgebiete, Lichtbildvorträge für Vereine und Organisationen gehören ebenso dazu wie Vortragsabende in geselliger Runde. Hier ist jeder Interessierte herzlich willkommen.
  • die Arbeitseinsätze
    Da es sich bei den Feuchtwiesen um eine Kulturlandschaft handelt, die vom Menschen geschaffen wurde, kann sie auch nur erhalten werden, wenn sie von Menschen gepflegt wird. In den Herbst- und Wintermonaten, also außerhalb der Brutzeit der Vögel, stehen daher Arbeitseinsätze unter aktiver Beteiligung der NABU-Kindergruppe an. Mit großem Engagement werden Blänken von aufwachsendem Rohrkolben oder Weiden freigeschnitten, Hecken auf den Stock gesetzt und Kopfweiden geschnitten. Die Aufgaben sind zahlreich und deshalb werden helfende Hände immer gerne gesehen.
  • die fachliche Unterstützung der Naturschutzbehörden
    Die Planung großflächiger ökologischer Verbesserungen ist die Aufgabe der Oberen und Unteren Landschaftsbehörden sowie des Dezernats 33 der Bezirksregierung Münster (früher: Amt für Agrarordnung). Deren Arbeit zu begleiten und zu unterstützen hat sich der NABU Coesfeld zur Aufgabe gemacht. In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Coesfeld und der Biologischen Station Zwillbrock erfolgen Zählungen der Vogelbestände, Erarbeitung von Konzepten zu Pflege und zur Besucherlenkung in den Naturschutzgebieten. Dabei konnte in den vergangenen Jahren viel für die Erhaltung und Optimierung der Feuchtwiesen erreicht werden.

Sofern Sie mehr zu diesem Thema erfahren oder sich aktiv beteiligen möchten, stehen Ihnen Klaus Lütke-Sunderhaus, Tel. 02541-6188, und Christian Prost, Tel. 02541-81120, gerne zur Verfügung.