Eulenschutz

Eulen brauchen mehr als den Schutz der Dunkelheit

Quelle: EGE e.V.

 

Die im Kreis Coesfeld vorkommenden Arten: Steinkauz, Waldkauz, Schleiereule, Waldohreule und Uhu zählen nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den streng geschützten Arten und sind teilweise noch auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Arten zu finden. Die Arbeitsgruppe Eulenschutz vermittelt durch Öffentlichkeitsarbeit Wissen im Naturschutz  und über die Lebensweise der Eulen.  Schutz- und Pflegemaßnahmen tragen  dazu bei, den Bestand der einzelnen Arten zu erhalten bzw. zu vergrößern.

Ansprechpartner:

Winfried Rusch
Tel.02543-4584
E-Mail: Winfried Rusch

 
Franz Rolf
Tel. 02590 2065206
E-Mail: Franz Rolf

 

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Der Steinkauz ( Athene noctua )

Foto:Roland Breidenbach

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Dort, wo offene Kulturlandschaften ( Viehweiden, Streuobstwiesen ) vorhanden sind, ist der Steinkauz zu Hause.  Als Brutplatz bevorzugt er Baumhöhlen in Obstbäumen und Kopfweiden, aber auch Nischen und Höhlen in Gebäuden werden angenommen. Seine Reviergröße kann eine Fläche von 5 – 50 Hektar erreichen. Die Hauptbalzzeit liegt zwischen Februar und März und das Weibchen beginnt ab Mitte April mit der Brut. Nach einer Brutdauer von 24 – 28 Tagen schlüpfen die Jungen fast zeitgleich. Das Weibchen hat im Durchschnitt 3 – 5 Junge, die im Alter von ca. 3 Monaten das elterliche Revier verlassen. Der Steinkauzbestand wird in NRW auf 6.000 Brutpaare geschätzt ( Stand 2006 ). Das sind mehr als 70% des bundesdeutschen Bestandes. Das Dichtezentrum liegt im Bereich des Niederrheins sowie im Münsterland. Im Kreis Coesfeld wurden 2003 etwa 400 – 500 Brutpaare geschätzt.

Schutz-  und Pflegemaßnahmen:

  • Öffentlichkeitsarbeit  ( z. B. Exkursionen, Vorträge, Presseberichte )
  • Erhaltung  von Höhlenbäumen und ggf. Brutplatzbeschaffung durch Nisthilfen.
  • Wiederherstellen von Streuobstwiesen.
  • Brutplatzpflege ( z. B. Freischneiden des Einfluglochs an den Bruthöhlen,  Reinigen,  und ggf. Erneuern der Nisthilfen ).
  • Vermeidung von Störungen an den Brutplätzen ( März – Juni )

 


Der Waldkauz ( Strix aluco )

Foto:Roland Breidenbach

In Laub- und Mischwäldern lebt der Waldkauz. Bei einem guten Angebot von Baumhöhlen ist er aber auch in Parkanlagen, Friedhöfen und Gärten  anzutreffen. Neben Baumhöhlen brütet er  sonst noch in alten Greifvogelhorsten und Gebäuden.  Die Reviergrößen, sind je nach Biotopen, zwischen 10 und 100 Hektar groß. In NRW haben die Brutreviere jedoch eine Größe zwischen 25 und 80 Hektar. Nach Brutbeginn, mitunter schon im Februar, brütet das Weibchen zwischen 1 und 7 Eier aus, meist sind es aber 2 – 4 Eier. Nach dem Selbständigwerden zwischen dem 90. – 100. Lebenstag  verbleiben die Jungen noch bis zur Herbstbalz im elterlichen Revier. Der Gesamtbestand wird in NRW auf 15.000 Brutpaare geschätzt ( Stand 2006 ). Recherchen haben aber in den letzten Jahren ergeben, dass der Bestand rückläufig ist.

Schutz- und Pflegemaßnahmen:

  • Öffentlichkeitsarbeit ( z. B. Exkursionen )
  • Anbringen von Nisthilfen ( Dort wo ein Brutplatzangebot fehlt und sich  Steinkauzreviere mit Waldkauzrevieren nicht kreuzen )
  • Vermeidung von Störungen an den Brutplätzen ( Februar – Juni )



Junger Waldkauz in einem Nistkasten. Nistkasten hatte nach einem Sturmtag leichte Schieflage.

Alter ca. 25 Tage

 

 

 


Die Schleiereule ( Tyto alba )

Der Lebensraum, sind offene und halboffene Kulturlandschaften mit einem guten Nahrungsangebot und Kontakt zu menschlichen Siedlungsbereichen. Besonders wichtig sind hierbei  Dauergrünlandflächen. Ausnahmsweise bejagt sie auch kleine Waldbereiche. Brutplätze sind störungsfreie und dunkle Bereiche in Gebäuden ( z. B. Dachböden, Scheunen, Kirchtürme ) mit einem freien An- und Abflug. Ohne Landwirte und Kirchenvorstände und deren Zustimmung zur   Nistkastenanbringung hätten die Schleiereulen keine Zukunft. Die Reviergröße kann bis zu 100 Hektar betragen. Brutbeginn ist gewöhnlich im April, bei einer Gelegegröße von meist 4-7 Eier. In guten Mäusejahren kann es auch zu einer Zweit- oder Drittbrut kommen, so dass die Schleiereule selbst im September noch brütet. Der Gesamtbestand in NRW wird auf 4.000  Brutpaare geschätzt.

Schutz-  und Pflegemaßnahmen:

  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Erhaltung des Brutplatzangebotes ( z. B. Öffnung von Dachböden, Scheunen, Kirchtürmen )
  • Schaffung von Brutplätzen durch Anbringen von Nistkästen
  • Vermeidung von Störungen an den Brutplätzen ( März – Oktober )

Die Waldohreule ( Asio otus )

Bevorzugter Lebensraum sind Park- landschaften, Baumgruppen und Wald- ränder. Als Brutplatz benutzt sie alte Elster- und Krähennester.  Im Winterhalbjahr nutzen Waldohreulen oft einen gemeinsamen Schlafplatz. Die Brutreviere haben eine Größe von 20 – 100 Hektar.  Nach der Balz zwischen Januar und Februar beginnt das Weibchen im März mit der Brut. Je nach Feldmausvorkommen kann ein Gelege bis zu 8 Eier haben.  Der Legeabstand beträgt 2 Tage.  Nach einer Brutzeit von 27 – 28 Tagen verlassen die Jungen noch flugunfähig, im Alter von 3 Wochen, das Nest und klettern in die Baumkronen. Mit 5 Wochen können die Jungen bereits gut fliegen. Nach der Selbständig keit können sie mehrere hundert Kilometer weit abwandern. Der Gesamtbestand in NRW wird auf 4000 Brutpaare geschätzt.

Schutz-  und Pflegemaßnahmen:

  • Erhaltung der Lebensräume mit Dauergrünlandflächen
  • Vermeidung von Störungen an den Brutplätzen ( März – Juli )



Waldohreulen – Ästling, ca. 3 Wochen alt



Der Uhu ( Bubo bubo )

Die Weltweit  größte Eule hat ihren Lebensraum ( Europa ) in offenen Waldlandschaften. Als Brutplatz werden  Steinbrüche, Sand-und Tongruben bevorzugt. Das Jagdrevier  ist 5 –  35 Quadratkilometer groß und kann bis zu 5 km vom Brutplatz entfernt sein. Die reviertreuen Tiere brüten aber auch in Gebäuden, auf Bäumen oder auf dem Boden. Voraussetzung ist immer ein freier An- und Abflug zum Brutplatz. Nach der Balz, von Januar – März, erfolgt meist im März die Eiablage. Das Gelege hat  zwischen 2 und 3 Eier, gelegentlich auch 4 und 5 Eier. In einem Abstand von 3 – 4 Tagen legt das  Weibchen die Eier in einer Brutmulde, die vom Männchen geschaffen wurde.  Brutbeginn ist  ab dem 1. Ei und nach ca. 34 Tagen schlüpft das erste Junge. Mit 10 Wochen sind die Jungen voll flugtüchtig. Im Alter von 5 Monaten verlassen die jungen Uhus das elterliche Revier. Wiederfunde von beringten Nestjungen belegen eine durchschnittliche Abwanderungs-Strecke von 50 km.

Der Uhu war 1960 in Deutschland fast ausgerottet. Grund hierfür waren menschliche Verfolgungen. Anfang des 20zigsten Jahrhunderts galt der Uhu als Schadtier und es gab Abschußprämien für manchen erlegten Uhu.  Eine Bestandsaufnahme aus dem Jahre 1965 für Ost- und Westdeutschland, ergab einen Stand von nur noch 62 Uhurevieren. Es erfolgte eine Wiederansiedlung, wobei hier Naturschützer aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Pionierarbeit leisteten. Durch gezielte Schutzmaßnahmen erholte sich der Bestand und nach Schätzungen von Mebs & Scherzinger hatten wir 2008 wieder ungefähr 1.500 Paare in Deutschland.

Schutz- und Pflegemaßnahmen:

  • Erhaltung von störungsfreien Brutplätzen
  • Kontaktaufnahme zu Behörden, Förstern, Jagdpächtern,  Gruben- und Waldbesitzern, damit Störungen in der Brut- und Aufzuchtphase vermieden werden.
  • Freischneiden von zugewachsenen Brutplätzen.
  • Bei Bedarf, Anbringen von Nisthilfen.
  • Schutzzonen ( ca. 200 m um den Brutplatz ) in der Brutphase regelmäßig kontrollieren.



Junge Uhus in einem Steinbruch warten auf Beute





Alle Fotos © Roland Breidenbach
Autor: Franz Rolf ( AG Eulenschutz NABU Coesfeld)

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